Einfach und robust
Estrich aus Kalk findet überall dort Verwendung, wo es auf besonders diffusionsoffene Bodenaufbauten ankommt. Mit dem richtigen Bodenaufbau – kapillarbrechende Schicht aus Schaumglasschotter, Kalkunterbeton und Kalkestrich – wird die Feuchtigkeit aus dem Erdreich in der gesamten Fläche gepuffert und kann nach oben abtrocknen. So steigt sie nicht in den angrenzenden Wänden hoch.
Die Festigkeit eines Estrichs ohne Zement ist für die üblichen Wohnbereiche vollkommen ausreichend. Einzig die Abbindezeit ist verzögert. Für einen Kalkestrich muss man etwas mehr Trockenzeit einräumen. Wenn dies zeitlich im Bauprozess möglich ist, schützt ein solcher Boden – mit dem richtigen Bodenaufbau – das Gebäude vor Feuchtigkeit, die in den Wänden aufsteigt.
Die Natürlichkeit des Kalkes sorgt für einen natürlichen Boden. Ein gespachtelter Kalkboden ist in seiner Ausstrahlung und Oberflächenbeschaffenheit nicht mit einem fugenlosen Boden aus Polymer-basierten oder zementbasierten Materialien mit PU-Versiegelung zu vergleichen.
Feuchtigkeitstransport
Die Feuchtigkeit aus dem Erdreich wird im richtigen Bodenaufbau gepuffert und kann über den diffusionsoffenen Aufbau nach oben abtrocknen. So steigt sie nicht in den angrenzenden Wänden hoch.
Fertiger Kalkestrich – das Kholao®-Sortiment von Saint-Astier
Wer den Kalkestrich nicht selbst aus NHL 5 und Sand anmischt, greift zur Kholao®-Range von Saint-Astier – einem aufeinander abgestimmten System aus gebrauchsfertigen Kalkprodukten für Böden. Anrühren, einbauen, fertig. Besonders praktisch, wenn der Platz für Mischmaschine und Materiallager fehlt oder wenn es schnell gehen soll.
KHOLAO® Béton de Chaux – Kalkunterbeton
Kholao® Béton de Chaux ist der gebrauchsfertige Kalkbeton für die
Bodenplatte – die Alternative zu Zementbeton im Altbau. Er besteht aus natürlichem hydraulischem Kalk von Saint-Astier, Sand und Kies (Körnung 0/10 mm) und ist genauso diffusionsoffen und feuchteregulierend wie ein handgemischter Kalkunterbetonboden.
Wo er eingebaut wird:
- Nicht-tragende Bodenplatten im Erdgeschoss von Altbauten, Natursteingebäuden und Fachwerkhäusern
- Keller, Gewölbe und schwer zugängliche Bereiche – dank Sackware kein Betonfahrzeug nötig
- Restaurierung bestehender Böden in historischen Gebäuden
- Ausschließlich im Innenbereich
KHOLAO® Chape – der fertig gemischte Kalkestrich
Auf den Kalkunterbeton kommt die Kholao® Chape – ein gebrauchsfertiger Kalkestrichmörtel aus natürlichem hydraulischem Kalk von Saint-Astier. Die Chape bildet die Nutzschicht: eben, dampfdurchlässig und altbaugerecht.
Anders als beim klassischen Zementestrich muss man hier keine Kompromisse beim Raumklima eingehen. Die Kholao® Chape bleibt diffusionsoffen – die Feuchte aus dem Erdreich kann weiter austrocknen, so wie auf der ganzen Seite beschrieben.
Geeignete Untergründe:
- Kholao® Béton de Chaux (Kalkunterbeton)
- Alte, tragfähige Betonböden
- Kalk-Hanf-Unterbeton
Verarbeitung und Beschichtung
Die längere Abbindezeit erleichtert das Bearbeiten des Estrichs ungemein. Gespachtelte Böden oder fein geriebene Oberflächen sind mit dem Kalk möglich - aber Achtung, auch der Kalk bindet ab. Lass dir nicht zu viel Zeit.
Gespachtelte Böden sind ungemein schön, die leichte Unebenheit und der Kellenschlag, der im Licht spielt, schaffen Strukturen, die wunderschön und einzigartig sind.
Als Endbelag empfehlen wir einen Anstrich mit dem Aglaia Aquasol Steinöl. Die Farbvielfalt ist nahezu unbegrenzt, von transparent bis kräftig pink ist alles möglich. Die Diffusionsfähigkeit wird nicht beeinflusst und die Oberflächenfestigkeit erhöht. Durch den Anstrich ist es möglich, die Mehrkosten für einen Bodenbelag zu sparen.
Alles über die Verarbeitung findest Du in unserer Broschüre:
Naturstein und Kalk
Ein Bodenbelag auf dem Unterlagsboden ohne Zement ist auch möglich. Um die Diffusionsfähigkeit des Materials nicht einzuschränken, empfehlen wir die Verwendung von Naturstein, Terracotta, Kalksteinplatten, Sandstein oder Schiefer. Auch hier ist die Auswahl groß.
Fußbodenheizung geht in einem Kalkestrich natürlich auch. Im allgemeinen funktionieren der Einbau, der Anschluss an benachbarte Bauteile und die Verarbeitung genauso wie bei einem konventionellen zementhaltigen Estrich.
Varianten des Kalkestrichs kann man durch die Verwendung unterschiedlicher Sande herstellen. Ein Estrich aus Ziegelsplitt und Ziegelsand gemischt mit dem NHL 5 von Saint-Astier machen einen besonders saugfähigen Estrich. Die Feuchtigkeitsaufnahme des gemahlenen Ziegels ist sehr hoch - deutlich höher als bei einem normalen Estrichkies. Diese Böden nennen sich Cocciopesto.
Die Beimischungen von ausgewählten Steinen und das Schleifen des noch nicht ausgehärteten Kalkestrichs ergibt einen Terazzo.
Holzdielen auf Kalkestrich: Die Gutshofdiele als natürliche Ergänzung
Für alle, die die Wärme und den Charakter von Holz auf einem baubiologisch wertvollen Untergrund schätzen, sind unsere Gutshofdielen die ideale Wahl. Da Holz selbst diffusionsoffen ist, harmoniert es perfekt mit den natürlichen Eigenschaften des Kalkestrichs und unterstützt ein ausgeglichenes Raumklima.
Bei der Verlegung empfehlen wir, die Dielen auf einer Lattung zu befestigen, um eine gleichmäßige Auflage und stabile Konstruktion zu gewährleisten. Die Zwischenräume sollten dabei nicht hohl bleiben – ideal ist eine Füllung mit Hanf-Kalk-Schüttung, die zusätzlich für Wärme- und Trittschalldämmung sorgt.
Alternativ kann der Bodenaufbau auch mit der Gutex ThermoSafe-NF ausgeführt werden. Diese Holzfaserplatte bietet eine hervorragende Kombination aus Trittschall- und Wärmedämmung und besteht ebenfalls aus natürlichen Rohstoffen.
So entsteht ein langlebiger Bodenaufbau aus natürlichen Materialien – atmungsaktiv, warm und mit dem unverwechselbaren Charme echter Gutshofdiele
Ausschreibungstexte Kalkestrich für Planer
Leistungsverzeichnis als PDF und GAEB-Datei (.X81) für dein AVA-Programm, dazu das Rezeptblatt NHL 5. Kostenlos, sofort per E-Mail.
Häufige Fragen zu Kalkestrich
Was ist Kalkestrich?
Kalkestrich besteht aus natürlichem hydraulischem Kalk (NHL 5) und Sand und erhärtet durch Wasser. Es gibt ihn als Fertigmischung KHOLAO Chape von Saint-Astier, der nur Wasser zugegeben wird, oder zum Selbstmischen aus NHL 5 und Mischkies 0–8 oder 0–16 mm mit 350–400 kg NHL 5 je m³ Sand.
Wie dick muss Kalkestrich sein?
Im Verbund auf einer tragfähigen Betonplatte mindestens 40 mm, schwimmend (zum Beispiel auf Hanfvlies oder Holzfaserdämmung) 60–80 mm. Holzbalkendecken bewegen sich deutlich stärker als eine Betonplatte: Dort wird Kalkestrich nicht im Verbund, sondern schwimmend mit 60–80 mm eingebaut, bei Bedarf auf einer lastverteilenden Schicht aus Batichanvre. Die Statik muss vorher geprüft werden – Kalkestrich wiegt etwa 115 kg/m² bei 60 mm und 155 kg/m² bei 80 mm.
Ist Kalkestrich diffusionsoffen?
Für KHOLAO Chape gibt Saint-Astier keinen eigenen Messwert an, der Hersteller bezeichnet ihn als wasserdampfdurchlässig. Vergleichbare Kalkmörtel aus NHL 5 und Sand erreichen laut Herstellerangaben eine Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl von µ < 8 (gemessen nach EN 1015-19). Daraus ergibt sich bei 40–60 mm Estrichdicke rechnerisch ein sd-Wert unter 0,5 m – nach DIN 4108-3 gilt eine Schicht damit als diffusionsoffen.
Geht Kalkestrich mit Fußbodenheizung?
Ja, Saint-Astier hat das für Niedertemperatur-Fußbodenheizungen bestätigt. Die Überdeckung über der Rohroberkante beträgt bei KHOLAO Chape mindestens 50 mm, bei selbst gemischtem Estrich mindestens 60 mm. Erstes Aufheizen frühestens nach 4 Wochen: mit 20–25 °C beginnen, in Schritten von 5 °C steigern, höchstens 45 °C Vorlauftemperatur.
Braucht Kalkestrich Fugen?
Ja, denn Kalkestrich schwindet beim Abbinden. Feldfugen etwa alle 25 m² setzen und an den Fugen der Betonplatte darunter ausrichten. Randfugen laufen um alle Wände, Stützen und Türdurchgänge (Randdämmstreifen 8–10 mm) und bleiben immer offen – die Sockelleiste deckt sie ab. Bei einem Belag wird jede Feldfuge im Belag an derselben Stelle weitergeführt. Nur beim Sichtestrich werden die Feldfugen nach frühestens 28 Tagen mit Kork-Füllmasse geschlossen.
Wie lange braucht Kalkestrich zum Trocknen?
Richtwerte bei 15–23 °C und 50–70 % Luftfeuchte: leicht begehbar nach etwa 3 Tagen, normal belastbar nach etwa 7 Tagen, schleifen frühestens nach 28 Tagen, Fußbodenheizung frühestens nach 4 Wochen. Belegreif ist der Estrich bei einem pH-Wert unter 10 und einer Restfeuchte von CM ≤ 2 %, mit Fußbodenheizung CM ≤ 1,5 %.
Soll ich den frischen Kalkestrich wässern?
Bei KHOLAO Chape nein – laut Saint-Astier hilft das nicht gegen Risse. Den Estrich stattdessen vor direkter Sonne, Zugluft und starken Temperaturschwankungen schützen. Anders beim Unterbeton KHOLAO Béton: Er wird eine Woche lang ein- bis zweimal täglich leicht befeuchtet.
Kann Kalkestrich als Sichtestrich bleiben?
Ja, geschützt mit Steinöl. Der Sichtestrich ist allerdings nur für den „Sockenbereich“ gedacht – Wohnräume, in denen barfuß oder in Socken gelaufen wird. Kalkestrich hat eine geringere Festigkeit als Zementestrich (KHOLAO Chape: Klasse C5F1 nach EN 13813). Für stärker beanspruchte Flächen empfehlen wir einen Belag aus Naturstein oder Terrakotta.
Welche Beläge passen auf Kalkestrich?
Saugfähige Beläge wie Terrakotta, Ziegel, Schiefer, Travertin und Kalkstein, verlegt mit KHOLAO Colle und verfugt mit KHOLAO Joint. Glasierte oder dichte Keramik empfehlen wir nicht, weil sie die Feuchteabgabe nach oben unterbindet.
Wie baue ich einen Kalkboden auf Erdreich auf?
Von unten nach oben: Schaumglasschotter 20–30 cm verdichtet, Unterbeton KHOLAO Béton mindestens 15 cm, Hanfvlies 5 mm (vorher nass machen), Kalkestrich 40–60 mm.
Was tun, wenn Risse entstehen?
Den Riss mit dem Trennschleifer öffnen und mit einer Schlämme aus NHL 5 und Marmorsand 0,3 mm füllen. Fehlt an der Stelle eine Fuge, etwa an der Türschwelle, diese nachträglich schneiden – reines Verfüllen ist nur kosmetisch.
