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Die Verarbeitung von Lehmputz

VORTEILE VON LEHM, HAND- UND MASCHINENTECHNIK

Warum mit Lehm bauen?

Seit Jahrtausenden verwenden Menschen Lehm als Baustoff. Bis heute schafft er als ökologisches Baumaterial behagliche Lebensräume.

Immer selbstverständlicher wird darauf geachtet, auch die häusliche Umgebung natürlich zu gestalten. Das ist wichtig für das Wohlbefinden, denn der Mensch hält sich immer mehr in umbauten Räumen auf. Die gestaltete Umwelt nimmt immer mehr Einfluss auf den Menschen. Lehm schenkt unseren Wohnräumen mit seinen vielen positiven Eigenschaften ein Klima, in dem wir uns wohlfühlen.
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Die Vorteile von Lehm

Lehmputz reguliert aktiv das Raumklima

Durch die Fähigkeit, Feuchtigkeit aus der Raumluft aufzunehmen und wieder an sie abzugeben, regelt Lehm aktiv die Luftfeuchtigkeit.

Lehm bindet Schadstoffe und Gerüche

Mit der Feuchtigkeit lagert Lehm auch Gerüche und Schadstoffe ein. Er baut diese ab und bindet sie fest ein. Ein Gramm Tonmineralien hat etwa eine Oberfläche von 800 m².

Lehm konserviert Holz

Die Ausgleichsfeuchte des Lehms ist so gering, dass er dem Holz immer die Feuchtigkeit entzieht. Ein perfekter Schutz für das Holz vor Schädlingen oder Pilzen.

Die Primärenergie eines Lehmputzes ist nahe null

Die Herstellung erdfeuchten Lehms ist sehr einfach und bedarf nur weniger Energie, die Graue Energie (Primärenergie) von Lehmbaustoffen ist gering. Transportenergie lässt sich wegen des häufigen Vorkommens noch einsparen.

Lehm ist ein Naturprodukt

Lehm braucht keine chemischen Zusätze und ist so für Allergiker und MCS-kranke Mitmenschen bestens geeignet.

Lehm lässt sich immer wieder verwenden

Der geringe Primärenergieaufwand lässt sich noch verbessern durch seine mehrfache Verwendung. Lehm bindet nicht chemisch ab und wird mit Wasser vermischt wieder zu neuem Baustoff.

Lehm macht Freude beim Verarbeiten und Bewohnen

Die Verarbeitung von Lehm ist anregend und inspirierend für den Geist, das Bewohnen von Lehmräumen beruhigend und entspannend.

Lehm ist unbegrenzt lagerfähig

Lehm ist Jahrtausende alt und lagert schon ewig in der Natur. Lehm kann noch über Jahrhunderte gelagert werden, ohne zu verderben.

Lehm hat eine super Wärmeübertragung

Lehm in Kombination mit einer Wandheizung ist enorm effektiv in der Übertragung der Wärme. Verglichen mit Kalk braucht man für die gleiche Wärmemenge nur die Hälfte an verbautem Heizungsrohr.

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Lehmputz von Hand verarbeiten

Der Lehmbau ist relativ leicht zu erlernen. Glücklicherweise beginnt man jede Lehmwand oder Lehmdecke mit einem Unterputz. Diese Putzlage bietet sich dafür an, zu üben und erste Erfahrungen mit dem Lehmbau zu machen.

In alten Lehmhäusern sind die Lehmwände und -decken, die wir bearbeiten wollen, meist so uneben, dass es als erstes gilt, die groben Unebenheiten und Löcher im Untergrund mit Lehm-Unterputz oder Lehm-Universalputz aufzufüllen. Mit dem klassischen Lehm-Unterputz entsteht anschließend eine homogene Ebene auf der Wand. Er lässt sich sowohl händisch als auch mit Lehmputzmaschinen verarbeiten bzw. auftragen. Für das Auftragen per Hand, aber auch für die folgenden Glättungs- und Verdichtungsarbeiten sind gute Werkzeuge aus Stahl hilfreich.

Dreilagiger Lehmputz

Ein guter Lehmputz besteht immer aus drei Lagen. Die erste Lage ist ein Unterputz. Er wird auf die tragfähigen und auch anderweitig geeigneten Untergründe aufgebracht. Er soll Unebenheiten ausgleichen, mit ihm wird die nötige Schichtstärke erreicht.

In der zweiten Lage ist in den meisten Fällen eine Gewebelage eingebettet. Diese Armierungsgewebe bestehen entweder aus Jute-, Kunststoff- oder Glasfaser. Lehmputz auf Mauerwerk aus gemischten Mauersteinen, auf Schilfrohrputzträger, auf Fachwerkwänden, auf Strohballen und auf Plattenwerkstoffen wie z.B. Holzweichfaserplatten oder OSB-Platten mit Schilfrohr brauchen das Gewebe zwingend. Das Jutegewebe – kunststoffrei gestärkt – ist die ökologische Alternative zu den synthetisch hergestellten Produkten, erfordert allerdings etwas mehr Erfahrung.

Für die beiden ersten Lagen wird meist ein Unterputz verwendet. Beim Verputzen von Plattenmaterial kann auf die erste Unterputzlage verzichtet werden. Hierauf kann man mit Lehm-Klebe- und Armierungsmörtel direkt eine Gewebelage aufbringen.

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Lehmputz fertig bearbeiten

Nach der Trocknung vom Lehm-Unterputz wird der Oberputz aufgetragen. Ganz nach persönlichem Geschmack und nach Vorliebe kann das ein Feinputz, ein Edelputz oder ein Lehm-Oberputz sein. Ein Oberputz sollte abgerieben werden, dadurch verdichtet sich die Struktur und der Putz wird fester. Nach einer sauber ausgeführten Arbeit gibt es kein Absanden.

Wird ein Oberputz mit dem Schwammbrett verarbeitet, empfiehlt sich die Verwendung von zwei verschiedenen Schwammbrettern. Am ersten Tag arbeitet man mit einem sehr feinen Schwammbrett, nach der Trocknung geht man am folgenden Tag mit einem groben Schwammbrett erneut über die Fläche und wäscht so den auf der Oberfläche liegenden Sand ab. Der Untergrund wird noch einmal leicht verdichtet und schön stabil.

Die letzte Putzlage kann nun gestrichen oder noch feiner bearbeitet werden. Eine Möglichkeit ist die Oberflächenbearbeitung mit Lehmspachtel. Diese feinkörnigen Lehmbaustoffe sind schleifbar, mit etwas Übung kann man damit Oberflächen in Q4-Qualität erzielen.

Lehmputz mit Maschinen verarbeiten

Ab einer gewissen Größe der zu bearbeitenden Fläche lohnt sich der Einsatz einer Putzmaschine.

Auf dem Markt sind Putzmaschinen verschiedenster Art erhältlich, wobei natürlich nicht jede Putzmaschine für jeden Zweck geeignet ist. Generell gilt aber, dass vom groben Unterputz bis hin zum feinen Edelputz mittlerweile jeder Lehm maschinell verputzt werden kann. Vorteile des Maschineneinsatzes:

  • Zeitersparnis

  • kräfteschonendes Arbeiten

Die größere „Verschmutzung“ der Baustelle, der erhöhte Aufwand durch das Abkleben der angrenzenden Flächen und der größere logistische Aufwand rechnen sich bei größeren Lehmmengen schnell. Neben den großen Putzmaschinen, die in ihrer Funktionalität so weit gehen können, dass sie mischen, fördern und aufbringen, gibt es natürlich auch noch bescheidenere Gerätschaften, beispielsweise Mischmaschinen und Rührwerke.

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