Klinkerwerk Rusch

Echte Klinker, gewonnen und handwerklich gefertigt aus den 4 Naturelementen

Des Klinkers Geschichte

In einem der letzten Ringöfen Norddeutschlands brennt die Traditionsziegelei Rusch seit Generationen in handwerklicher Arbeit traditionelle Klinker.
Direkt an der Elbe gelegen, gewinnen sie ihren Rohstoff Ton direkt in unmittelbarer Nähe im Elbe-Urstromtal.

Der Beruf des Zieglers war kein seltener, zumindest zeugt der doch relativ häufige Nachname davon und die immer noch allgegenwärtigen Straßennamen, die den früheren Standort einer Ziegelei benannten. Das Zieglerhandwerk hatte seine Hochzeiten während der Baubooms des späten 19. und des 20. Jahrhunderts, und gehört inzwischen zu den aussterbenden Berufen. Selbst die verklinkerungswütigen Siebziger- und Achtzigerjahre bescherten ihm keinen nennenswerten Aufschwung. Was man damals verbaute – und auch heute noch viel zu oft benutzt –, ist meist von billigster Qualität, aus maschineller Massenproduktion. Meist ohne Liebe, manchmal ohne Sachverstand und im Extremfall sogar ohne den Rohstoff Ton produziert. Und tragischerweise häufig am anderen Ende der Welt, wo man verklinkerte Fassaden gar nicht kennt.

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Handwerk vs. Massenware

Was unterscheidet nun also Ruschs handwerkliche gefertigte Klinker von der industriellen Massenware? Nicht nur dem handwerklich oder architektonisch geschulten Auge fällt der ästhetische Mehrwert dieser hochwertigen Ziegel auf. Jeder Klinker ist ein Unikat, und so wird jeder einzelne Klinker während der Produktion viele Male in die Hand genommen, bis man ihn in einwandfreier Qualität auf die Palette sortiert: Das Farbspektrum der frisch gebrannten Klinker reicht von einem sandigen Gelb über verschiedene Rottöne bis zu einem schillernden Blauschwarz. Dieses Farbspiel kommt zustande durch die Farbe des Zuschlags, durch die Befeuerung mit Kohle und durch den Brennvorgang, da in den mit Steinkohle und Holz befeuerten Öfen nicht an jeder Stelle dieselbe Temperatur herrscht.

Aus Wasser und Erde

Das Handwerk des Zieglers ist ein Gewerk, das so sehr wie kaum ein anderes mit den vier Naturelementen arbeitet: ein Zusammenspiel von Erde, Wasser, Luft und Feuer.
Zunächst wird der wichtigste Rohstoff, Ton, im sogenannten Kollergang gemahlen, mit Sand und Wasser gemischt und in einer Strangpresse so in Form gebracht, dass man daraus die Klinker – die Ziegel – schneiden kann. Und auch die zwei letzten Elemente kommen gewichtig zum Tragen: die Luft, die die Rohlinge trocknet, und das Feuer für den guten Brand. Eines kommt noch hinzu: die Zeit. Früher dauerte die Herstellung eines Ziegels drei Monate – allein zum Trocknen brauchte er acht Wochen. Inzwischen hat die Ziegelei Rusch den Fertigungsprozess durch den Einsatz von industriellen Trockenkammern auf eine knappe Woche wesentlich verkürzt. Für deren Betrieb bezieht sie ihre Energie aus einem Blockheizkraftwerk, das sie mit nachwachsenden Rohstoffen beschickt.


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das Finish: der Brand

Doch den Löwenanteil an der Produktionszeit nimmt heutzutage der Brennprozess ein: Die getrockneten Rohlinge werden in den begehbaren Ringofen eingeschlichtet. Die „Ofentür“ besteht aus zwei Ziegelwänden, die für jeden Brand in die Türöffnung eingemauert werden. 16 Tage lang werden die Klinker gebrannt, während derer die Öfen von Hand stetig – Tag und Nacht – überwacht und mit Brennstoff beschickt werden. Erst nach dieser langen Brandzeit wird die Ofentür wieder geöffnet. Immer schön langsam, um beim Erkalten der Ziegel eine Rissbildung zu vermeiden.

Klinker unterscheiden sich übrigens durch die hohe Brenntemperatur von 1200 °C vom sogenannten Ziegelstein. Ziegelsteine nehmen Wasser auf und eignen sich daher nicht für bewitterte Fassaden. Bei echten Klinkern hingegen entsteht durch die hohe Temperatur eine dichte Oberfläche, die man „gesintert“ nennt. Durch die Sinterung schließen sich die Poren. Eine wasserabweisende Schicht entsteht, die die Klinker für unverputzte Fassaden nutzbar macht.