Musterwand im Lehm-Laden

Lehmstein trägt. Hanfstein dämmt.

Eine massive, diffusionsoffene Wand für Lager- und Hallenbauten: außen eine starke Dämmschicht aus Hanfstein, innen viel speicherfähiger Lehm. Zwei Naturbaustoffe, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen – und gerade deshalb so gut zusammenarbeiten.

Wandaufbau ansehen

Die Musterwand kannst du während unserer Öffnungszeiten in Hitzacker ansehen und anfassen.

Visualisierung einer Wandkombination aus massiven Lehmziegeln und dämmenden Hanfsteinen
Visualisierung des Materialprinzips: massiver Lehm auf der Raumseite, dämmender Hanfstein auf der Außenseite.

0,25 W/(m²K​)

berechneter U-Wert

Je kleiner, desto geringer der Wärmedurchgang.

633 kJ/(m²K)

Wärmespeicher innen

Die raumseitigen Schichten puffern Temperaturspitzen.

> 100

Amplitudendämpfung

Die Temperaturwelle wird im Bauteil stark abgeschwächt.

52,5 cm

gesamter Wandaufbau

Mit 522 kg Masse pro Quadratmeter.

Das Prinzip

Dämmen und speichern sind zwei verschiedene Dinge.

Eine gute Dämmung bremst den Wärmestrom. Viel Speichermasse nimmt Wärme auf und gibt sie zeitversetzt wieder ab. Für ein möglichst stabiles Lagerklima braucht es beides.

Hanf dämmt – wie eine dicke Thermoschicht

Der 25 cm starke Hanfstein sitzt außen. Seine geringe Wärmeleitfähigkeit reduziert den Wärmedurchgang und hält sommerliche Hitze wie winterliche Kälte länger von der Speicherschicht fern.

  • mineralisch gebundener Hanfstein
  • diffusionsoffen und kapillar aktiv
  • direkt mineralisch verputzbar

isoHemp Hanfstein 25 cm im Lehm-Laden ansehen

Lehm speichert – wie ein großer Temperaturpuffer

Der 24 cm starke Lehmziegel liegt innen. Seine hohe Masse reagiert träge: Kurzfristige Temperaturänderungen werden aufgenommen, geglättet und zeitversetzt wieder abgegeben.

  • hohe raumseitige Speichermasse
  • Feuchtespitzen können gepuffert werden
  • Lehmputz bildet die luftdichte Ebene

Einfach erklärt

Was bedeutet das im Alltag?

1

Hitze kommt schwerer hinein

Der Hanfstein bremst den Wärmestrom. Die hohe Masse der Lehmschale dämpft zusätzlich die verbleibenden Temperaturspitzen.

2

Das Klima reagiert ruhiger

Die Wand kann kurzfristige Wärme- und Feuchtespitzen puffern. Technik arbeitet dadurch potenziell unter gleichmäßigeren Bedingungen.

3

Die Konstruktion bleibt offen

Lehm, Hanf und mineralische Putze lassen Wasserdampf passieren und können Feuchte transportieren – bei gleichzeitig geplanter Luftdichtheit.

Die Berechnung

Vier Zahlen, die den Aufbau greifbar machen.

0,25 W/(m²K)

Wärmedurchgang

Der U-Wert beschreibt, wie viel Wärme durch die Wand fließt. Er erzählt aber noch nichts darüber, wie gut eine Wand Temperaturspitzen speichert und verzögert.

797 kJ/(m²K)

Gesamte Wärmespeicherfähigkeit

Ein hoher Wert steht für viel thermische Masse. Davon liegen 633 kJ/(m²K) in den inneren, für das Raumklima besonders wirksamen Schichten.

0,001 TAV

Sehr kleine Temperaturschwankung

Das Temperaturamplitudenverhältnis ist der Kehrwert der Dämpfung. Im berechneten Bauteil wird die tägliche Temperaturwelle rechnerisch extrem stark reduziert.

0 Tauwasser

Feuchtenachweis im Rechenfall

Für die angesetzten Randbedingungen weist die Berechnung kein Tauwasser im Bauteil aus. Andere Standorte und Nutzungen müssen separat betrachtet werden.

Wichtig: Diese Werte beschreiben das untersuchte Bauteil. Das Klima einer ganzen Halle hängt zusätzlich von Dach, Boden, Toren, Luftwechsel, Sonneneintrag, Nutzung und Anlagentechnik ab.

VON AUSSEN NACH INNEN

Der Wandaufbau im Detail.

Jede Schicht hat eine klare Aufgabe. Zusammen entsteht eine 52,5 cm starke, massive Außenwand.

  • Witterungsschutz außen – ein diffusionsoffener Kalkputz schützt die Hanfschale.
  • Dämmung in der Mitte – der Hanfstein liefert den größten Anteil am Wärmedurchgangswiderstand.
  • Speichermasse innen – Lehmziegel und Lehmputz liegen dort, wo ihre Pufferwirkung gebraucht wird.
  • Luftdichte Oberfläche – der durchgehende Lehmputz schließt Fugen; diffusionsoffen bleibt die Konstruktion trotzdem.

Kalkputz                                                                 20 mm

Witterungsschutz außen, mineralisch und diffusionsoffen

isoHemp Hanfstein                                           250 mm

Dämmschale außen, λ = 0,071 W/(mK)

GIMA Lehmziegel                                               240 mm

Massive Tragschale und thermischer Speicher

conluto Lehmputz terra grob                            15 mm

Raumseitige Oberfläche und luftdichte Ebene

Luftbild eines landwirtschaftlichen Lager- und Betriebsgebäudes zwischen Feldern – Symbolbild
Symbolbild für landwirtschaftliche Lagergebäude – kein Foto des beschriebenen Beispielprojekts.

Projektbeispiel Zwiebellager

Wenn das Lagergut selbst Wärme erzeugt, zählt jedes Grad.

Zwiebeln geben während der Lagerung Wärme und Feuchtigkeit ab. Gleichzeitig sollen Temperatur und Luftfeuchte möglichst gleichmäßig bleiben. Eine träge Gebäudehülle kann die Kühl- und Entfeuchtungstechnik dabei unterstützen – sie ersetzt eine fachgerecht geplante Anlagentechnik jedoch nicht.

Für das untersuchte Hallenkonzept wurde die Kombination aus 24 cm Lehmziegel innen und 25 cm Hanfstein außen betrachtet.

27 × 37 m

Grundfläche

9 m

Hallenhöhe

ca. 1.152 m²

Wandfläche

ca. 11.000 €/Jahr

Modellierte Ersparnis

Zur Einordnung: Eine projektbezogene Modellrechnung beziffert den möglichen Vorteil gegenüber einer Standardlösung über 50 Jahre auf rund 550.000 €. Sie beruht auf projektspezifischen Annahmen zu Energie, Betrieb und Nutzungsdauer – und ist deshalb kein pauschales Einsparversprechen.

Vom Muster zum Bauwerk

Damit das System in der Praxis funktioniert.

Eine starke Materialidee braucht eine saubere Detailplanung. Bei hohen Hallen sind insbesondere Tragwerk, Anschlüsse und Luftdichtheit gemeinsam zu entwickeln.

Tragwerk & Aussteifung

Bei der 9 m hohen Beispielwand übernimmt ein Holzskelett die Aussteifung. Anschlüsse und Verankerungen werden statisch projektbezogen bemessen.

Luftdicht, nicht „dampfdicht“

Der Lehmputz bildet innen eine durchgehende luftdichte Ebene. Wasserdampf kann die diffusionsoffene Konstruktion weiterhin passieren.

Gesamtgebäude betrachten

Dach, Boden, Tore, Wärmebrücken, Lüftung, Kühlung, Feuchtequellen und Nutzung gehören in denselben bauphysikalischen Nachweis.

Hinweis zum Energierecht: Der dokumentierte U-Wert beträgt 0,25 W/(m²K). Welche Anforderungen gelten, hängt unter anderem von Neubau oder Bestand, Gebäudenutzung und Temperaturniveau ab. Für bestimmte Maßnahmen an Außenwänden im Bestand gilt beispielsweise ein Vergleichswert von U < 0,24 W/(m²K). Für jedes konkrete Bauvorhaben ist ein eigener energetischer, statischer, feuchte- und brandschutztechnischer Nachweis erforderlich. Eine pauschale GEG-Konformität wird nicht behauptet.

Häufige Fragen

Kurz erklärt.

Er beschreibt nur den stationären Wärmedurchgang, nicht Speicherung oder Dämpfung der Temperaturwelle.

Nein – sie puffert Schwankungen und unterstützt die Technik, ersetzt sie aber nicht.

Ja – der innere Lehmputz stellt die Luftdichtheit her, Wasserdampf kann trotzdem wandern.

Grundsätzlich ja, Details müssen projektbezogen angepasst werden.

Ja, in Hitzacker während der Öffnungszeiten.

Du planst eine Lagerhalle oder einen massiven Naturbaustoff-Aufbau?

Wir liefern Materialien, erklären die Bauphysik und vernetzen dich bei Bedarf mit passenden Fachleuten aus Planung und Handwerk.


Unverbindlich anfragen 05862 987850

Alle Kennwerte beziehen sich auf U-Wert- und Feuchtenachweise für den beschriebenen Beispielaufbau (Stand März 2026) und die dort angesetzten Randbedingungen. Sie gelten nicht übertragbar für andere Bauvorhaben. Planung und Nachweise immer projektbezogen.